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Probleme - Dämmung

Es war im November, als wir merkten im Dachspitz ein Feuchtigkeitsproblem zu haben. Der Dachspitz liegt bei uns im Kaltbereich. Das heißt, nicht das komplette Dach ist gedämmt, sonder praktisch nur die Decke des OG zwischen Kehlbalken und der darunterliegenden Dachschräge zwischen den Sparren. Der darüberliegende Dachspitz ist ungedämmt. Der Dachspitz ist über eine herunterklappbare Dachbodentreppe erreichbar und wird auch nicht oft begangen. Er dient als Speicherplatz für alles Mögliche..

In diesem November wollten wir etwas vom Dachspitz herunterholen. Dabei fiel uns auf, daß der mit Spiel schwimmend verlegte Bretterboden sich aufbäumte, also muß er sich ausgedehnt haben. Zudem waren größere Plastikflächen von eingelageren Gegenständen mit einem deutlichem Feuchtigkeitsfilm überzogen. Ein aufgestelltes Hygrometer zeigte eine Feuchtigkeit von deutlich über 70% an. Es war klar, hier muß etwas geschehen, sonst herrscht hier bald ein großes Schimmelproblem. Als erstes mußte der komplette Dachspitz ausgeräumt werden und der Bretterboden entfernt werden. Wir vermuteten gleich, daß das Problem etwas mit der Dämmschicht zu tun hat. Als der Bretterboden komplett entfernt war, mußte man vorsichtig auf den Kehlbalken balancieren, um nicht danebenzutreten. So tasteten wir im kopletten Dachspitz die Dämmung ab und fanden fünf Stellen in der Mineralwolle, die deutlich feucht waren. An diesen Stellen wurde die Mineralwolle entfernt und wir sahen die Ursache des Problemes: Undichtigkeiten in der Dampfsperre. Da waren wir schon weiter gekommen. Solange man eine Ursache findet, kann auch was dagegen gemacht werden.

 

Problemursache 1: Aufgegangene, verspannte Verklebungen

Problemursache 2: Keine Überlappung der Dampfsperre

Bei Stahlstütze Bild 3_s

Die Einkreisungen zeigen die Problemstellen. Beim Verkleben der Folie treten fast immer irgend welche Verspannungen auf, die später durch die fortwährend wirkenden Kräfte sich wieder entspannen und dann tunnelförmige Leckagen erzeugen. Die Verklebung der Dampfsperre wurde von uns zur Bauzeit genau überprüft und wir konnten keine solchen Verwerfungen damals feststellen. Nur verschwindet diese Dampfsperre relativ schnell unter der Dämmung und aus dem Sichtfeld. Tage oder Wochen später bilden sich dann diese Undichtigkeiten aus und wirken mit ihrer Schädlichkeit. Auf dem oberen Bild ist ein Federflausch zu sehen. Obwohl damit keine Luftbewegungen festzustellen war, kam durch die Öffnung im Laufe der Zeit soviel feuchte Luft aus dem Wohnraum darunter, daß die Dämmwolle deutlich feucht war. Im unteren Bild sieht man auch den begonnenen Rostbefall an dem Eckblech, wo die immerwährende feuchte Dämmwolle anlag.

Neben Treppe Bild 3_s

Einen weiteren Mangel der Ausführung stellt die nicht vorhandene Überlappung der Folie bei Stoßkanten dar. Die Dampfsperre sollte mindestens 20cm überlappen, um bei solchen Verwerfungen dennoch das Durchkommen der feuchten Luft zu erschweren. Ein Allheilmittel scheint mir das nicht zu sein. Trotzdem ist eine vorhanden Überlappung der Folien-Stoßstellen besser als keine. Das wichtigste ist eine gute Verklebung, die man nach 2 Wochen nochmals kontrolliert und eventuelle Verwerfungen nacharbeitet: Der Tunnellbogen muß oben mit einer Schere eingeschnitten werden, so daß die Folie wieder flach liegen kann. Die Stelle wird dann mit Klebeband neu verklebt.

 

 

Problemursache 3: Nicht abgedichtete Durchbrüche

 

Fallrohrbelüftung2_s

Zusätzliche potentielle Problemstellen sind alle unvermeidbaren Durchbrüche durch die Dampfsperre. Kabel und Rohre müssen zum Teil die Dampfsperre durchdringen. Diese Durchdringungen müssen alle dicht ausgeführt werden. Hier auf dem Bild sieht es grob nach Baumurks aus. Es ist die Fallrohrbelüftung aus dem Bad, die durch die Dampfsperre zum Dach geht. Auf der Unterseite der Folie siet man nur eine partielle Abklebung  mit grünem Klebeband, aber auf der rechten Seite des Rohres klafft ein Loch in der Dampfsperre. Entsprechend naß war es auch rund um das Rohr.

 

 

Nach Überarbeitung_s

So sieht die überarbeitete Stelle des Fallrohres aus: Es wurde ein größeres Stück Dampfsperre über die beschädigte Stelle geklebt und der Durchbruch des Fallrohres gewissenhaft verklebt. Hier kommt garantiert keine Feuchtigkeit mehr durch.

 

 

Natürlich macht man sich so seine Gedanken zu dem Thema. Zum Beispiel, daß der Blower-Door-Test bei uns hervorragende Werte hatte, obwohl die Fallrohrdurchdringung so gemurkst war. Im Dachgeschoß sind als Decke überall Gipskartonplatten verbaut. mag sein, daß diese beim Blower-Door-Test einen raschen Druckabfall verhindern und eine Dichtheit vorgaukeln können, obwohl die Dampfsperrenschicht deutliche Löcher hat. So gesehen sagt ein guter Blower-Door-Test nur, daß nichts mangelhaftes vorhanden sein muß, aber vorhanden sein kann.

 

 

 

 

Checkliste

 

(1) Sind alle Stöße der Folie mindestens 20cm überlappt?

(2) Sorgen Sie dafür, daß die Verklebungen nicht sofort aus dem Blickfeld verschwinden. Ideal wäre eine nochmalige Kontrolle der Klebestellen nach 1-2 Wochen.